[Kurztrip] Bayrischer Wald

Auch hier passt die Kategorie nicht wirklich, da es sich wieder um einen 1-wöchigen Urlaub in den Osterferien 2016 handelt. In einer Hundezeitschrift haben wir eine Anzeige von Gut Feuerschwendt im Bayrischen Wald gesehen. Nach dem Informieren über die Homepage sowie HolidayCheck haben wir für eine Woche einen Waldblickbungalow mit Verwöhnpension plus und eine Schatzsuche mit Hund gebucht. Mit dem Auto sind wir etwa 4,5 Stunden gefahren, exklusive drei Pausen, da wir ja einen relativ jungen Hund im Auto hatten.

Gut Feuerschwendt
Gebucht hatten wir sieben Nächte inklusive Verwöhnpension plus im Gut Feuerschwendt. Wir wurden von der Rezeptionistin herumgeführt und konnten dann unseren Bungalow beziehen. Dieser war aufgeteilt in zwei Etagen. Oben war das großzügige Schlafzimmer mit Balkon, TV, ausreichend Stauraum und Holzboden, das moderne Bad mit riesigem Spiegel und großer, ebenerdiger Dusche, sowie ein separates WC. Unten gab es ein Wohnzimmer mit Küchenzeile, Sofa und direktem Zugang zum Garten, ein Gästezimmer, sowie ebenfalls ein WC. Das Häuschen war sehr hell, sauber, modern und groß; eigentlich könnte man auch zu fünft hier wohnen und mehrere Hunde haben auch allen Platz der Welt. Jeden Tag bekommt jeder Gast eine Flasche Wasser und eine Flasche Apfelschorle, was wir aber Mitte der Woche “abbestellt” haben, weil wir sonst einen Getränkehandel hätten eröffnen können.
Das Essen im Feuerschwendt ist sehr gut. Man bekommt ein überdurchschnittliches Frühstücksbuffet mit Kaffee(spezialitäten) aus dem Automaten, die aber dennoch sehr gut sind, Brötchen, Obst, Müsli und Eivariationen. Nachmittags gab es wechselnde Kuchen und Torten sowie meist warme Reste vom Vortag. Abends gab es wechselnd Buffet und Vier-Gänge-Menus an den Tisch. Die Qualität und Raffinesse war überdurchschnittlich gut. Man wird nach jedem Gang gefragt, ob bzw. wann es weiter gehen soll; der Service ist gut. Der Speisesaal ist recht rustikal und wirkt eher in die Jahre gekommen. Für Frühstück und Kaffee steht ein großer Balkon zur Verfügung, sodass man auch draußen sitzen kann.
Das Wellness-Angebot war gut. Es gab einen Innen-Pool, eine kleine Sauna und eine Masseurin/Kosmetikerin. Der Wellness-Bereich war nicht top modern aber funktional. Man kann sich nach dem Baden auch raus legen und entspannen, die Sauna war nicht stark frequentiert.
Auf der Anlage gibt es mehrere Koppeln auf denen teils Pferde der Gäste, teils Pferde des Guts selbst, teils Ponys, Ziegen und ein Esel stehen. Die Ponys kann man halftern und sich so in “seinen Garten” stellen zum Bürsten, für reit-affine Kinder wohl top. Für uns war super, dass unser Junghund so viele verschiedene Tiere direkt kennenlernen konnte. Neben für uns nicht so relevante Dinge wie Spielplatz, Spielhäuschen und Basketballplatz gibt es noch einen überdachten Hundeplatz sowie eine überdachte Reithalle. Auf dem Hundeplatz gibt es allerlei Spielzeug, Hürden, Stege, Brücken, Tunnel und Wippen; hier finden auch die Erziehungs- und Beschäftigungsstunden (s.u.) statt. In der Reithalle fanden die Reitstunden (s.u.) statt. Beide Hallen waren jeweils gut besucht, aber da konnte man sich immer arrangieren.
Das Ambiente im Gut ist durchgehend überzeugend und sehr hundefreundlich. Als “Manko” könnte man erwähnen, dass das Gut in sehr hügeligem Gelände liegt und man so auch für die Morgenrunde entweder stramm marschieren muss, oder man fährt runter in der Ort und geht dort spazieren, so haben wir es gemacht.
Die Schatzsuche kann ich leider nicht bewerten, da diese nicht stattgefunden hat. Generell hatte ich in dem Hotel das Gefühl, dass zwar sehr viele Hunde im Hotel sind, die meisten aber doch eher so ihr eigenes Ding machen. Die Hundekurse sind eher spärlich besucht und man muss schon ein bisschen suchen, bis man mal jemanden findet, der selbst auch Interesse an anderen Hundekontakten hat.
Bei Buchung erhält man Guts-Aktivpunkte, welche man bspw. für Dinge wie Hundesitting, Reitstunden, Hundestunden oder Lunchpakete ausgeben kann.
WLAN hatte man nur im Speisesaal. Hunde dürfen selbstverständlich mit in den Speisesaal.
Bei der Abfahrt haben wir uns von unseren Punkten ausgezeichnete Lunch-Pakete machen lassen, weil wir nicht wussten, dass ein Paket locker für zwei Personen reicht.

Ich gebe Gut Feuerschwendt mit 9/10 Punkten in der Kategorie Hundehotel fast die Höchstpunktzahl. Den letzten Punkt gibt es für kostenloses, vernünftig ausgebautes WLAN.

Pullman City
Pullman City ist eine weitläufige Westernstadt mit Saloons, Zelten, Planwagen, Tiergehege, und und und. Alles, was dort gemacht wird, ist sehr authentisch und wirkt ausgesprochen echt. Als wir dort waren, war nicht sehr viel los, sodass auf den größeren Grünflächen und an den Bächen, welche durch die Stadt rinnen, der Hund auch mal frei laufen konnte. Es gibt viel zu sehen und Pullman City ist eine absolute Empfehlung. Man sollte sich vorher aber erkundigen, welche Paraden wann sind, diese sind nämlich echt sehenswert. Hier kann man gute 2-3 Stunden verbringen, mit Kind sicher deutlich mehr. Wichtig: zumindest bei der Parade zur Geschichte Amerikas sollte der Hund unbedingt schussfest sein!

Pullman City zu bepunkten ist nicht leicht, da die Punktzahl stark von der Kategorie abhängt. Als Halbtagesausflug mit Hund bekommt die Westernstadt von mir sehr gute 8/10 Punkte. Punktabzug gibt es hier lediglich für den Preis, der sicherlich dann gerechtfertigt ist, wenn man den ganzen Tag dort verbringt und für die stellenweise nicht nötige, generelle Leinenpflicht für Hunde. In der Kategorie Freizeitpark würde ich nur mäßige 5/10 Punkte vergeben. Hier fehlt einfach die Action. Trotzdem empfehle ich einen Besuch, vor allem mit Kindern in der Cowboy-Phase.

Keltendorf
Das Keltendorf liegt recht abgelegen im Bayrischen Wald. Als wir ankamen waren alle Vorführungen leider schon beendet, sodass wir keine “Kelten” mehr erleben konnten. Der Vorteil war allerdings wieder, dass wir den Hund frei laufen lassen konnten. Es gibt einen Audioguide der die einzelnen Stationen erklärt. Auch hier wirkt alles sehr authentisch, sodass es nicht langweilig wird. Man sieht Kultstätten, Schmieden, Backstuben, Webstühle, Schafe und Pferde. Wir waren hier etwa eine Stunde, wenn es voller ist, dauert es aber durchaus länger.

In der Kategorie Halbtagesausflug bekommt das Keltendorf 6/10 Punkte. Das kann aber durchaus daran liegen, dass in der Zeit, in der wir dort waren, keine Vorführungen waren. Empfehlung hier nur als Lückenfüller, wenn man eh in der Nähe ist, oder für Historik-Nerds.

Naturpark
Der Naturpark ist in mehrere “Abschnitte” unterteilt. Wir haben mit dem Waldwipfelweg angefangen. Dieser ist ein Rundweg auf einem Holzsteg in Baumkronenhöhe. Definitiv sehens- bzw. erlebenswert. Anschließend ging es auf den Naturlehrpfad auf dem Klein und Groß ihr Wissen über die Tiere des Waldes testen können. Am Anfang ist das sehr interessant und macht Spaß, am Ende war es aber etwas langwierig. Direkt im Anschluss kann man diverse Illusionen und optische Täuschungen bestaunen, balancieren und klettern. Das macht viel Spaß und man kann viele schöne Bilder machen. Kurz vorm Ausgang steht noch eine Alpaca-Herde, wobei man die im Bayrischen Wald irgendwie eh an jeder Ecke sieht. Ein Highlight, welches man unbedingt noch mitnehmen sollte ist sicherlich auch das Haus, das auf dem Kopf steht. Hier ist ein komplettes Haus zum einen auf dem Kopf und zum anderen schräg aufgebaut. Zeit zum lustige Fotos schießen hat man genug. Wer schnell Probleme mit dem Gleichgewicht bekommt, könnte das Haus evtl. nicht so leicht wegstecken.

Ich vergebe hier 7/10 Punkte in der Kategorie Naturpark und gebe eine klare Empfehlung für alle ohne oder mit geduldigen Kinder, denn die Action fehlt hier komplett.

Sommerrodelbahn
Das Rodel- und Freizeitparadies Sankt Englmar bietet vieles in einem: es gibt zwei Sommerrodelbahnen (eine auf Schienen, d.h. durchgehend Vollgas ist möglich, eine im Kanal, diese war leider gesperrt), eine Achterbahn (war zur Zeit als wir dort waren noch nicht eröffnet), mehrere Wasserrutschen (nicht getestet), mehrere normale Rutschen, darunter auch eine extrem steile, einen Minigolfplatz, eine Streichelzoo (die Tiere waren leider im Winterquartier) und noch vieles mehr für Kinder (Indoor- und Outdoorspielplatz, Wasserspielplatz, …). Hier bekommt man wirklich was geboten und viel Geld zahlt man dafür auch nicht. Der Golfplatz ist innovativ und mit Liebe gemacht, die Sommerrodelbahn hat gut Geschwindigkeit.

Als adrenalinliebend gebe ich hier 8/10 Punkte. Volle Punktzahl gibt es, wenn alles offen ist und auch die Tiere im Streichelzoo da sind.

Kanufahrt
Wir haben von unserem Hotel aus eine Kanufahrt gebucht und diese mit Verwöhnpunkten bezahlt. Zeitgleich war unser Hund in einer Hundepension, welche einen guten bis sehr guten Eindruck machte.
Die Kanufahrt ging flott los, wurde aber immer zäher, da der Ausstieg an einem Stausee liegt. Die Fahrt macht trotzdem Spaß, man sieht viel und die Strecke ist auch von ungeübten Paddlern zu bewältigen. Hunde dürfen auch mitfahren, wenn sie es wollen. Man kann sich unmöglich verfahren.
Mir hat die Fahrt Spaß gemacht, trotzdem gebe ich hier nur 6/10 Punkte, da ich schon eine deutlich bessere Kanutour hatte. Die Strecke ist wenig bis gar nicht rasant, am Schluss muss man sein Kanu ein gutes Stück am Hang entlang tragen und bequem sind die Dinger auch nicht. Empfehlung für alle, die sich beweisen wollen, dass sie es schaffen 😉

Hundetraining
Mittwochs und Freitag gibt es je drei Stunden Hundetraining mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Wir haben an Erziehung, Leine, Körpersprache und Beschäftigung teilgenommen. Körpersprache war “gewöhnungsbedürftig”, Erziehung und Leine sehr schroff (man kann aber von 50 Minuten Kurs eh meistens nicht viel erwarten). Der Beschäftigungskurs war allerdings super. Hier haben wir uns mit unserem Hund an Nasen- und Parcoursarbeit herangetastet.
Diese drei Stunden waren ein eher dürftiger Ersatz für die ausgefallene Schatzsuche, ein fest gebuchtes und dann auch stattfindendes Seminar wäre uns lieber gewesen.
Hier gibt es eine Empfehlung und 8/10 Punkte für den Beschäftigungskurs, für die weiteren Kurse keine Empfehlung und nur 2/10 Punkte, da wir nicht mit den Methoden der Trainerin einverstanden waren.

Reitstunden
Meine Freundin hatte von den Guts-Aktivpunkten ihre erste Reitstunde überhaupt genommen. Die Reitlehrerin, eine gebürtige Australierin, war sehr nett und ließ meine Freundin nach dem obligatorischen Pferd Putzen und Satteln und nach kurzer Zeit an der Longe bereits frei reiten. Das hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie am letzten Urlaubstag noch eine zweite Reitstunde nahm. Diese war allerdings bei einer anderen Reitlehrerin. Bei ihr durfte man wohl nur an der Longe reiten. Das hat wohl weniger Spaß gemacht, es wird wohl aber trotzdem nicht die letzte Reitstunde von meiner Freundin gewesen sein.
Die Reitstunden kann ich selbst leider nicht bewerten.

Die Gesamtpunktzahl für diesen Urlaub liegt bei 8/10 Punkten. Volle Punktzahl hätte es bei stattfindender Schatzsuche und konstant gutem Wetter gegeben 🙂

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